Altes Testament · Poesie

Hiob 22

Iob 22 · Elberfelder Bibel 1905 · 30 Verse

Kapitel 22 von 42

1 Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:Und Eliphas, der Temaniter, antwortete und sprach:

2 Kann denn ein Mann Gottes etwas nützen? Nur sich selber nützt ein Kluger.Kann ein Mann Gott Nutzen bringen? Vielmehr sich selbst nützt der Einsichtige.

3 Meinst du, dem Allmächtigen liege daran, daß du gerecht seist? Was hilft's ihm, wenn deine Wege ohne Tadel sind?Liegt dem Allmächtigen daran, wenn du gerecht bist, oder ist es ihm ein Gewinn, wenn du deine Wege vollkommen machst?

4 Meinst du wegen deiner Gottesfurcht strafe er dich und gehe mit dir ins Gericht?Ist es wegen deiner Gottesfurcht, daß er dich straft, mit dir ins Gericht geht?

5 Nein, deine Bosheit ist zu groß, und deiner Missetaten ist kein Ende.Ist nicht deine Bosheit groß, und deiner Missetaten kein Ende?

6 Du hast etwa deinem Bruder ein Pfand genommen ohne Ursache; du hast den Nackten die Kleider ausgezogen;Denn du pfändetest deinen Bruder ohne Ursache, und die Kleider der Nackten zogest du aus;

7 du hast die Müden nicht getränkt mit Wasser und hast dem Hungrigen dein Brot versagt;den Lechzenden tränktest du nicht mit Wasser, und dem Hungrigen verweigertest du das Brot.

8 du hast Gewalt im Lande geübt und prächtig darin gegessen;Und dem Manne der Gewalt, ihm gehörte das Land, und der Angesehene wohnte darin.

9 die Witwen hast du leer lassen gehen und die Arme der Waisen zerbrochen.Die Witwe schicktest du leer fort, und die Arme der Waisen wurden zermalmt.

10 Darum bist du mit Stricken umgeben, und Furcht hat dich plötzlich erschreckt.Darum sind Schlingen rings um dich her, und ein plötzlicher Schrecken macht dich bestürzt.

11 Solltest du denn nicht die Finsternis sehen und die Wasserflut, die dich bedeckt?Oder siehst du nicht die Finsternis und die Wasserflut, die dich bedeckt?

12 Ist nicht Gott hoch droben im Himmel? Siehe, die Sterne an droben in der Höhe!Ist Gott nicht so hoch wie die Himmel? Sieh doch den Gipfel der Sterne, wie erhaben sie sind!

13 Und du sprichst: "Was weiß Gott? Sollte er, was im Dunkeln ist, richten können?Und so sprichst du: Was sollte Gott wissen? Kann er richten durch Wolkendunkel hindurch?

14 Die Wolken sind die Vordecke, und er sieht nicht; er wandelt im Umkreis des Himmels."Die Wolken sind ihm eine Hülle, daß er nicht sieht, und er durchwandelt den Kreis des Himmels.

15 Achtest du wohl auf den Weg, darin vorzeiten die Ungerechten gegangen sind?Willst du den Pfad der Vorzeit einhalten, welchen die Frevler betraten,

16 die vergangen sind, ehe denn es Zeit war, und das Wasser hat ihren Grund weggewaschen;die weggerafft wurden vor der Zeit? Wie ein Strom zerfloß ihr fester Grund;

17 die zu Gott sprachen: "Hebe dich von uns! was sollte der Allmächtige uns tun können?"die zu Gott sprachen: Weiche von uns! Und was könnte der Allmächtige für uns tun?

18 so er doch ihr Haus mit Gütern füllte. Aber der Gottlosen Rat sei ferne von mir.Und doch hatte er ihre Häuser mit Wohlstand erfüllt. Aber der Rat der Gesetzlosen sei fern von mir!

19 Die Gerechten werden es sehen und sich freuen, und der Unschuldige wird ihrer spotten:Die Gerechten sehen es und freuen sich, und der Schuldlose spottet ihrer:

20 "Fürwahr, unser Widersacher ist verschwunden; und sein Übriggelassenes hat das Feuer verzehrt."Sind nicht unsere Gegner vertilgt, und hat nicht Feuer ihren Überfluß gefressen?

21 So vertrage dich nun mit ihm und habe Frieden; daraus wird dir viel Gutes kommen.Verkehre doch freundlich mit ihm und halte Frieden; dadurch wird Wohlfahrt über dich kommen.

22 Höre das Gesetz von seinem Munde und fasse seine Reden in dein Herz.Empfange doch Belehrung aus seinem Munde, und nimm dir seine Worte zu Herzen.

23 Wirst du dich bekehren zu dem Allmächtigen, so wirst du aufgebaut werden. Tue nur Unrecht ferne hinweg von deiner HütteWenn du zu dem Allmächtigen umkehrst, so wirst du wieder aufgebaut werden; wenn du Unrecht entfernst aus deinen Zelten.

24 und wirf in den Staub dein Gold und zu den Steinen der Bäche das Ophirgold,Und lege das Golderz in den Staub und das Gold von Ophir unter den Kies der Bäche;

25 so wird der Allmächtige dein Gold sein und wie Silber, das dir zugehäuft wird.so wird der Allmächtige dein Golderz und dein glänzendes Silber sein.

26 Dann wirst du Lust haben an dem Allmächtigen und dein Antlitz zu Gott aufheben.Denn dann wirst du an dem Allmächtigen dich ergötzen und zu Gott dein Angesicht erheben.

27 So wirst du ihn bitten, und er wird dich hören, und wirst dein Gelübde bezahlen.Du wirst zu ihm beten, und er wird dich erhören; und deine Gelübde wirst du bezahlen.

28 Was du wirst vornehmen, wird er dir lassen gelingen; und das Licht wird auf deinem Wege scheinen.Beschließest du eine Sache, so wird sie zustande kommen, und Licht wird strahlen über deinen Wegen.

29 Denn die sich demütigen, die erhöht er; und wer seine Augen niederschlägt, der wird genesen.Wenn sie abwärts gehen, so wirst du sagen: Empor! Und den, der mit gesenkten Augen einhergeht, wird er retten.

30 Auch der nicht unschuldig war wird errettet werden; er wird aber errettet um deiner Hände Reinigkeit willen.Selbst den Nicht-Schuldlosen wird er befreien: er wird befreit werden durch die Reinheit deiner Hände.