Altes Testament · Poesie

Hiob 20

Iob 20 · Elberfelder Bibel 1905 · 29 Verse

Kapitel 20 von 42

1 Da antwortete Zophar von Naema und sprach:Und Zophar, der Naamathiter, antwortete und sprach:

2 Darauf muß ich antworten und kann nicht harren.Darum geben meine Gedanken mir Antwort, und deswegen bin ich innerlich erregt:

3 Denn ich muß hören, wie man mich straft und tadelt; aber der Geist meines Verstandes soll für mich antworten.Eine Zurechtweisung, mir zur Schande, höre ich; aber mein Geist antwortet mir aus meiner Einsicht.

4 Weißt du nicht, daß es allezeit so gegangen ist, seitdem Menschen auf Erden gewesen sind:Weißt du dieses, daß von jeher, seitdem der Mensch auf die Erde gesetzt wurde,

5 daß der Ruhm der Gottlosen steht nicht lange und die Freude des Heuchlers währt einen Augenblick?der Jubel der Gesetzlosen kurz und die Freude des Ruchlosen für einen Augenblick war?

6 Wenngleich seine Höhe in den Himmel reicht und sein Haupt an die Wolken rührt,Stiege auch seine Höhe bis zum Himmel hinauf, und rührte sein Haupt an die Wolken:

7 so wird er doch zuletzt umkommen wie Kot, daß die, welche ihn gesehen haben, werden sagen: Wo ist er?gleich seinem Kote vergeht er auf ewig; die ihn gesehen haben, sagen: Wo ist er?

8 Wie ein Traum vergeht, so wird er auch nicht zu finden sein, und wie ein Gesicht in der Nacht verschwindet.Wie ein Traum verfliegt er, und man findet ihn nicht, und er wird hinweggescheucht wie ein Nachtgesicht.

9 Welch Auge ihn gesehen hat, wird ihn nicht mehr sehen; und seine Stätte wird ihn nicht mehr schauen.Das Auge hat ihn erblickt und sieht ihn nimmer wieder, und seine Stätte gewahrt ihn nicht mehr.

10 Seine Kinder werden betteln gehen, und seine Hände müssen seine Habe wieder hergeben.Seine Kinder müssen die Armen begütigen, und seine Hände sein Vermögen zurückgeben.

11 Seine Gebeine werden seine heimlichen Sünden wohl bezahlen, und sie werden sich mit ihm in die Erde legen.Seine Knochen waren voll seiner Jugendkraft, und sie liegt mit ihm in dem Staube.

12 Wenn ihm die Bosheit in seinem Munde wohl schmeckt, daß er sie birgt unter seiner Zunge,Wenn das Böse in seinem Munde süß war, und er es verbarg unter seiner Zunge,

13 daß er sie hegt und nicht losläßt und sie zurückhält in seinem Gaumen,und es aufsparte und nicht fahren ließ und es zurückhielt unter seinem Gaumen:

14 so wird seine Speise inwendig im Leibe sich verwandeln in Otterngalle.so ist doch nun seine Speise in seinen Eingeweiden verwandelt; Natterngalle ist in seinem Innern.

15 Die Güter, die er verschlungen hat, muß er wieder ausspeien, und Gott wird sie aus seinem Bauch stoßen.Reichtum hat er verschlungen, und er speit ihn aus: aus seinem Bauche treibt Gott ihn heraus.

16 Er wird der Ottern Gift saugen, und die Zunge der Schlange wird ihn töten.Natterngift sog er ein: es tötet ihn die Zunge der Otter.

17 Er wird nicht sehen die Ströme noch die Wasserbäche, die mit Honig und Butter fließen.Nicht darf er sich laben an Bächen, flutenden Strömen von Honig und Milch.

18 Er wird arbeiten, und des nicht genießen; und seine Güter werden andern, daß er deren nicht froh wird.Das Errungene gibt er zurück, und er darf es nicht verschlingen; gemäß dem Vermögen, das er erworben, darf er sich nicht freuen.

19 Denn er hat unterdrückt und verlassen den Armen; er hat Häuser an sich gerissen, die er nicht erbaut hat.Denn er hat mißhandelt, verlassen die Armen; Häuser hat er an sich gerissen und wird sie nicht ausbauen.

20 Denn sein Wanst konnte nicht voll werden; so wird er mit seinem köstlichen Gut nicht entrinnen.Denn er kannte keine Ruhe in seinem Innern: mit seinem Teuersten wird er nicht entrinnen.

21 Nichts blieb übrig vor seinem Fressen; darum wird sein gutes Leben keinen Bestand haben.Nichts entging seiner Freßgier; darum wird sein Wohlstand nicht dauernd sein.

22 Wenn er gleich die Fülle und genug hat, wird ihm doch angst werden; aller Hand Mühsal wird über ihn kommen.In der Fülle seines Überflusses wird er in Bedrängnis sein; die Hand jedes Notleidenden wird über ihn kommen.

23 Es wird ihm der Wanst einmal voll werden, wenn er wird den Grimm seines Zorns über ihn senden und über ihn wird regnen lassen seine Speise.Es wird geschehen: um seinen Bauch zu füllen, wird Gott die Glut seines Zornes in ihn entsenden, und sie auf ihn regnen lassen in sein Fleisch hinein.

24 Er wird fliehen vor dem eisernen Harnisch, und der eherne Bogen wird ihn verjagen.Flieht er vor den eisernen Waffen, so wird der eherne Bogen ihn durchbohren.

25 Ein bloßes Schwert wird durch ihn ausgehen; und des Schwertes Blitz, der ihm bitter sein wird, wird mit Schrecken über ihn fahren.Er zieht am Pfeile, und er kommt aus dem Leibe hervor, und das glänzende Eisen aus seiner Galle: Schrecken kommen über ihn.

26 Es ist keine Finsternis da, die ihn verdecken möchte. Es wird ihn ein Feuer verzehren, das nicht angeblasen ist; und wer übrig ist in seiner Hütte, dem wird's übel gehen.Eitel Finsternis ist aufgespart für seine Schätze; ein Feuer, das nicht angeblasen ist, wird ihn fressen, wird verzehren, was in seinem Zelte übriggeblieben.

27 Der Himmel wird seine Missetat eröffnen, und die Erde wird sich gegen ihn setzen.Der Himmel wird seine Ungerechtigkeit enthüllen, und die Erde sich wider ihn erheben.

28 Das Getreide in seinem Hause wird weggeführt werden, zerstreut am Tage seines Zorns.Der Ertrag seines Hauses wird weggeführt werden, wird zerrinnen am Tage seines Zornes.

29 Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe, das ihm zugesprochen wird von Gott.Das ist das Teil des gesetzlosen Menschen von Gott und das von Gott ihm zugesprochene Los.