Altes Testament · Poesie

Hiob 40

Iob 40 · Lutherbibel 1912 · 32 Verse

Kapitel 40 von 42

1 Und der HERR antwortete Hiob und sprach:Und Jahwe antwortete Hiob und sprach:

2 Will mit dem Allmächtigen rechten der Haderer? Wer Gott tadelt, soll's der nicht verantworten?Will der Tadler rechten mit dem Allmächtigen? Der da Gott zurechtweist, antworte darauf!

3 Hiob aber antwortete dem HERRN und sprach:Und Hiob antwortete Jahwe und sprach:

4 Siehe, ich bin zu leichtfertig gewesen; was soll ich verantworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen.Siehe, zu gering bin ich, was soll ich dir erwidern? Ich lege meine Hand auf meinen Mund.

5 Ich habe einmal geredet, und will nicht antworten; zum andernmal will ich's nicht mehr tun.Einmal habe ich geredet, und ich will nicht mehr antworten, und zweimal, und ich will es nicht mehr tun.

6 Und der HERR antwortete Hiob aus dem Wetter und sprach:Und Jahwe antwortete Hiob aus dem Sturme und sprach:

7 Gürte wie ein Mann deine Lenden; ich will dich fragen, lehre mich!Gürte doch wie ein Mann deine Lenden; ich will dich fragen, und du belehre mich!

8 Solltest du mein Urteil zunichte machen und mich verdammen, daß du gerecht seist?Willst du gar mein Recht zunichte machen, mich verdammen, damit du gerecht seiest?

9 Hast du einen Arm wie Gott, und kannst mit gleicher Stimme donnern, wie er tut?Oder hast du einen Arm wie Gott, und kannst du donnern mit einer Stimme wie er?

10 Schmücke dich mit Pracht und erhebe dich; ziehe Majestät und Herrlichkeit an!Schmücke dich doch mit Erhabenheit und Hoheit, und kleide dich in Pracht und Majestät!

11 Streue aus den Zorn deines Grimmes; schaue an die Hochmütigen, wo sie sind, und demütige sie!Gieße aus die Ausbrüche deines Zornes, und sieh an alles Hoffärtige und erniedrige es!

12 Ja, schaue die Hochmütigen, wo sie sind und beuge sie; und zermalme die Gottlosen, wo sie sind!Sieh an alles Hoffärtige, beuge es, und reiße nieder die Gesetzlosen auf ihrer Stelle!

13 Verscharre sie miteinander in die Erde und versenke ihre Pracht ins Verborgene,Verbirg sie allesamt in den Staub, schließe ihre Angesichter in Verborgenheit ein!

14 so will ich dir auch bekennen, daß dir deine rechte Hand helfen kann.Dann werde auch ich dich preisen, daß deine Rechte dir Hilfe schafft.

15 Siehe da, den Behemoth, den ich neben dir gemacht habe; er frißt Gras wie ein Ochse.Sieh doch den Behemoth, den ich mit dir gemacht habe; er frißt Gras wie das Rind.

16 Siehe seine Kraft ist in seinen Lenden und sein Vermögen in den Sehnen seines Bauches.Sieh doch, seine Kraft ist in seinen Lenden, und seine Stärke in den Muskeln seines Bauches.

17 Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind dicht geflochten.Er biegt seinen Schwanz gleich einer Zeder, die Sehnen seiner Schenkel sind verflochten.

18 Seine Knochen sind wie eherne Röhren; seine Gebeine sind wie eiserne Stäbe.Seine Knochen sind Röhren von Erz, seine Gebeine gleich Barren von Eisen.

19 Er ist der Anfang der Wege Gottes; der ihn gemacht hat, der gab ihm sein Schwert.Er ist der Erstling der Wege Gottes; der ihn gemacht, hat ihm sein Schwert beschafft.

20 Die Berge tragen ihm Kräuter, und alle wilden Tiere spielen daselbst.Denn die Berge tragen ihm Futter, und daselbst spielt alles Getier des Feldes.

21 Er liegt gern im Schatten, im Rohr und im Schlamm verborgen.Unter Lotosbüschen legt er sich nieder, im Versteck von Rohr und Sumpf;

22 Das Gebüsch bedeckt ihn mit seinem Schatten, und die Bachweiden umgeben ihn.Lotosbüsche bedecken ihn mit ihrem Schatten, es umgeben ihn die Weiden des Baches.

23 Siehe, er schluckt in sich den Strom und achtet's nicht groß; läßt sich dünken, er wolle den Jordan mit seinem Munde ausschöpfen.Siehe, der Strom schwillt mächtig an, er flieht nicht ängstlich davon; er bleibt wohlgemut, wenn ein Jordan gegen sein Maul hervorbricht.

24 Fängt man ihn wohl vor seinen Augen und durchbohrt ihm mit Stricken seine Nase?Fängt man ihn wohl vor seinen Augen, durchbohrt man ihm die Nase mit einem Fangseile?

25 Kannst du den Leviathan ziehen mit dem Haken und seine Zunge mit einer Schnur fassen?Ziehst du den Leviathan herbei mit der Angel, und senkst du seine Zunge in die Angelschnur?

26 Kannst du ihm eine Angel in die Nase legen und mit einem Stachel ihm die Backen durchbohren?Kannst du einen Binsenstrick durch seine Nase ziehen, und seinen Kinnbacken mit einem Ringe durchbohren?

27 Meinst du, er werde dir viel Flehens machen oder dir heucheln?Wird er viel Flehens an dich richten, oder dir sanfte Worte geben?

28 Meinst du, daß er einen Bund mit dir machen werde, daß du ihn immer zum Knecht habest?Wird er einen Bund mit dir machen, daß du ihn zum ewigen Knechte nehmest?

29 Kannst du mit ihm spielen wie mit einem Vogel oder ihn für deine Dirnen anbinden?Wirst du mit ihm spielen wie mit einem Vogel, und ihn anbinden für deine Mädchen?

30 Meinst du die Genossen werden ihn zerschneiden, daß er unter die Kaufleute zerteilt wird?Werden die Fischergenossen ihn verhandeln, ihn verteilen unter Kaufleute?

31 Kannst du mit Spießen füllen seine Haut und mit Fischerhaken seinen Kopf?Kannst du seine Haut mit Spießen füllen, und seinen Kopf mit Fischharpunen?

32 Wenn du deine Hand an ihn legst, so gedenke, daß es ein Streit ist, den du nicht ausführen wirst.Lege deine Hand an ihn, gedenke des Kampfes, tue es nicht wieder!