Altes Testament · Poesie

Sprüche 6

Proverbia 6 · Lutherbibel 1912 · 35 Verse

Kapitel 6 von 31

1 Mein Kind, wirst du Bürge für deinen Nächsten und hast deine Hand bei einem Fremden verhaftet,Mein Sohn, wenn du Bürge geworden bist für deinen Nächsten, für einen anderen deine Hand eingeschlagen hast;

2 so bist du verknüpft durch die Rede deines Mundes und gefangen mit den Reden deines Mundes.bist du verstrickt durch die Worte deines Mundes, gefangen durch die Worte deines Mundes:

3 So tue doch, mein Kind, also und errette dich, denn du bist deinem Nächsten in die Hände gekommen: eile, dränge und treibe deinen Nächsten.tue denn dieses, mein Sohn, und reiße dich los, da du in deines Nächsten Hand gekommen bist; geh hin, wirf dich nieder, und bestürme deinen Nächsten;

4 Laß deine Augen nicht schlafen, noch deinen Augenlider schlummern.gestatte deinen Augen keinen Schlaf, und keinen Schlummer deinen Wimpern;

5 Errette dich wie ein Reh von der Hand und wie eine Vogel aus der Hand des Voglers.reiße dich los wie eine Gazelle aus der Hand, und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers.

6 Gehe hin zur Ameise, du Fauler; siehe ihre Weise an und lerne!Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege und werde weise.

7 Ob sie wohl keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat,Sie, die keinen Richter, Vorsteher und Gebieter hat,

8 bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.sie bereitet im Sommer ihr Brot, hat in der Ernte ihre Nahrung eingesammelt.

9 Wie lange liegst du, Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?Bis wann willst du liegen, du Fauler? Wann willst du von deinem Schlafe aufstehen?

10 Ja, schlafe noch ein wenig, schlummere ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, daß du schlafest,Ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig Händefalten, um auszuruhen:

11 so wird dich die Armut übereilen wie ein Fußgänger und der Mangel wie ein gewappneter Mann.und deine Armut wird kommen wie ein rüstig Zuschreitender, und deine Not wie ein gewappneter Mann.

12 Ein heilloser Mensch, ein schädlicher Mann geht mit verstelltem Munde,Ein Belialsmensch, ein heilloser Mann ist, wer umhergeht mit Verkehrtheit des Mundes,

13 winkt mit Augen, deutet mit Füßen, zeigt mit Fingern,mit seinen Augen zwinkt, mit seinen Füßen scharrt, mit seinen Fingern deutet.

14 trachtet allezeit Böses und Verkehrtes in seinem Herzen und richtet Hader an.Verkehrtheiten sind in seinem Herzen; er schmiedet Böses zu aller Zeit, streut Zwietracht aus.

15 Darum wird ihm plötzlich sein Verderben kommen, und er wird schnell zerbrochen werden, da keine Hilfe dasein wird.Darum wird plötzlich sein Verderben kommen; im Augenblick wird er zerschmettert werden ohne Heilung.

16 Diese sechs Stücke haßt der HERR, und am siebenten hat er einen Greuel:Sechs sind es, die Jahwe haßt, und sieben sind seiner Seele ein Greuel:

17 hohe Augen, falsche Zunge, Hände, die unschuldig Blut vergießen,Hohe Augen, eine Lügenzunge, und Hände, die unschuldiges Blut vergießen;

18 Herz, das mit böser Tücke umgeht, Füße, die behend sind, Schaden zu tun,ein Herz, welches heillose Anschläge schmiedet, Füße, die eilends zum Bösen hinlaufen;

19 falscher Zeuge, der frech Lügen redet und wer Hader zwischen Brüdern anrichtet.wer Lügen ausspricht als falscher Zeuge, und wer Zwietracht ausstreut zwischen Brüdern.

20 Mein Kind, bewahre die Gebote deines Vaters und laß nicht fahren das Gesetz deiner Mutter.Mein Sohn, bewahre das Gebot deines Vaters, und verlaß nicht die Belehrung deiner Mutter;

21 Binde sie zusammen auf dein Herz allewege und hänge sie an deinen Hals,binde sie stets auf dein Herz, knüpfe sie um deinen Hals.

22 wenn du gehst, daß sie dich geleiten; wenn du dich legst, daß sie dich bewahren; wenn du aufwachst, daß sie zu dir sprechen.Wenn du einhergehst, wird sie dich leiten; wenn du dich niederlegst, wird sie über dich wachen; und erwachst du, so wird sie mit dir reden.

23 Denn das Gebot ist eine Leuchte und das Gesetz ein Licht, und die Strafe der Zucht ist ein Weg des Lebens,Denn das Gebot ist eine Leuchte, und die Belehrung ein Licht; und die Zurechtweisung der Zucht sind der Weg des Lebens:

24 auf daß du bewahrt werdest vor dem bösen Weibe, vor der glatten Zunge der Fremden.um dich zu bewahren vor dem bösen Weibe, vor der Glätte der Zunge einer Fremden.

25 Laß dich ihre Schöne nicht gelüsten in deinem Herzen und verfange dich nicht an ihren Augenlidern.Begehre nicht in deinem Herzen nach ihrer Schönheit, und sie fange dich nicht mit ihren Wimpern!

26 Denn eine Hure bringt einen ums Brot; aber eines andern Weib fängt das edle Leben.Denn um eines hurerischen Weibes willen kommt man bis auf einen Laib Brot, und eines Mannes Weib stellt einer kostbaren Seele nach.

27 Kann auch jemand ein Feuer im Busen behalten, daß seine Kleider nicht brennen?Sollte jemand Feuer in seinen Busen nehmen, ohne daß seine Kleider verbrennten?

28 Wie sollte jemand auf Kohlen gehen, daß seine Füße nicht verbrannt würden?Oder sollte jemand über glühende Kohlen gehen, ohne daß seine Füße versengt würden?

29 Also gehet's dem, der zu seines Nächsten Weib geht; es bleibt keiner ungestraft, der sie berührt.So der, welcher zu dem Weibe seines Nächsten eingeht: keiner, der sie berührt, wird für schuldlos gehalten werden.

30 Es ist einem Diebe nicht so große Schmach, ob er stiehlt, seine Seele zu sättigen, weil ihn hungert;Man verachtet den Dieb nicht, wenn er stiehlt, um seine Gier zu stillen, weil ihn hungert;

31 und ob er ergriffen wird, gibt er's siebenfältig wieder und legt dar alles Gut in seinem Hause.und wenn er gefunden wird, kann er siebenfach erstatten, kann alles Gut seines Hauses hingeben.

32 Aber wer mit einem Weibe die Ehe bricht, der ist ein Narr; der bringt sein Leben ins Verderben.Wer mit einem Weibe Ehebruch begeht, ist unsinnig; wer seine Seele verderben will, der tut solches.

33 Dazu trifft ihn Plage und Schande, und seine Schande wird nicht ausgetilgt.Plage und Schande wird er finden, und seine Schmach wird nicht ausgelöscht werden.

34 Denn der Grimm des Mannes eifert, und schont nicht zur Zeit der RacheDenn Eifersucht ist eines Mannes Grimm, und am Tage der Rache schont er nicht.

35 und sieht keine Person an, die da versöhne, und nimmt's nicht an, ob du viel schenken wolltest.Er nimmt keine Rücksicht auf irgendwelche Sühne und willigt nicht ein, magst du auch das Geschenk vergrößern.

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