Altes Testament · Poesie

Sprüche 29

Proverbia 29 · Lutherbibel 1912 · 27 Verse

Kapitel 29 von 31

1 Wer wider die Strafe halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe.Ein Mann, der, oft zurechtgewiesen, den Nacken verhärtet, wird plötzlich zerschmettert werden ohne Heilung.

2 Wenn der Gerechten viel sind, freut sich das Volk; wenn aber der Gottlose herrscht, seufzt das Volk.Wenn die Gerechten sich mehren, freut sich das Volk; wenn aber ein Gesetzloser herrscht, seufzt ein Volk.

3 Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer aber mit Huren umgeht, kommt um sein Gut.Ein Mann, der Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer sich aber zu Huren gesellt, richtet das Vermögen zu Grunde.

4 Ein König richtet das Land auf durchs Recht; ein geiziger aber verderbt es.Ein König gibt durch Recht dem Lande Bestand; aber ein Mann, der Geschenke liebt, bringt es herunter.

5 Wer mit seinem Nächsten heuchelt, der breitet ein Netz aus für seine Tritte.Ein Mann, der seinem Nächsten schmeichelt, breitet ein Netz aus vor seine Tritte.

6 Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich selbst; aber ein Gerechter freut sich und hat Wonne.In der Übertretung des bösen Mannes ist ein Fallstrick; aber der Gerechte jubelt und ist fröhlich.

7 Der Gerechte erkennt die Sache der Armen; der Gottlose achtet keine Vernunft.Der Gerechte erkennt das Recht der Armen; der Gesetzlose versteht keine Erkenntnis.

8 Die Spötter bringen frech eine Stadt in Aufruhr; aber die Weisen stillen den Zorn.Spötter versetzen eine Stadt in Aufruhr, Weise aber wenden den Zorn ab.

9 Wenn ein Weiser mit einem Narren zu rechten kommt, er zürne oder lache, so hat er nicht Ruhe.Wenn ein weiser Mann mit einem närrischen Manne rechtet, mag er sich erzürnen oder lachen, er hat keine Ruhe.

10 Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten suchen sein Heil.Blutmenschen hassen den Unsträflichen, aber die Aufrichtigen bekümmern sich um seine Seele.

11 Ein Narr schüttet seinen Geist ganz aus; aber ein Weiser hält an sich.Der Tor läßt seinen ganzen Unmut herausfahren, aber der Weise hält ihn beschwichtigend zurück.

12 Ein Herr, der zu Lügen Lust hat, des Diener sind alle gottlos.Ein Herrscher, der auf Lügenrede horcht, dessen Diener sind alle gesetzlos.

13 Arme und Reiche begegnen einander: beider Augen erleuchtet der HERR.Der Arme und der Bedrücker begegnen sich: Jahwe erleuchtet ihrer beider Augen.

14 Ein König, der die Armen treulich richtet, des Thron wird ewig bestehen.Ein König, der die Geringen in Wahrheit richtet, dessen Thron wird feststehen immerdar.

15 Rute und Strafe gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.Rute und Zucht geben Weisheit; aber ein sich selbst überlassener Knabe macht seiner Mutter Schande.

16 Wo viele Gottlose sind, da sind viel Sünden; aber die Gerechten werden ihren Fall erleben.Wenn die Gesetzlosen sich mehren, mehrt sich die Übertretung; aber die Gerechten werden ihrem Falle zusehen.

17 Züchtige deinen Sohn, so wird er dich ergötzen und wird deiner Seele sanft tun.Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Ruhe verschaffen und Wonne gewähren deiner Seele.

18 Wo keine Weissagung ist, wird das Volk wild und wüst; wohl aber dem, der das Gesetz handhabt!Wenn kein Gesicht da ist, wird ein Volk zügellos; aber glückselig ist es, wenn es das Gesetz beobachtet.

19 Ein Knecht läßt sich mit Worten nicht züchtigen; denn ob er sie gleich versteht, nimmt er sich's doch nicht an.Durch Worte wird ein Knecht nicht zurechtgewiesen; denn er versteht, aber er folgt nicht.

20 Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist am Narren mehr Hoffnung denn an ihm.Siehst du einen Mann, der hastig ist in seinen Worten, für einen Toren ist mehr Hoffnung als für ihn.

21 Wenn ein Knecht von Jugend auf zärtlich gehalten wird, so will er darnach ein Junker sein.Wenn einer seinen Knecht von Jugend auf verhätschelt, so wird dieser am Ende zum Sohne werden.

22 Ein zorniger Mann richtet Hader an, und ein Grimmiger tut viel Sünde.Ein zorniger Mann erregt Zank, und ein Hitziger ist reich an Übertretung.

23 Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber der Demütige wird Ehre empfangen.Des Menschen Hoffart wird ihn erniedrigen; wer aber niedrigen Geistes ist, wird Ehre erlangen.

24 Wer mit Dieben teilhat, den Fluch aussprechen hört, und sagt's nicht an, der haßt sein Leben.Wer mit einem Diebe teilt, haßt seine eigene Seele: er hört den Fluch und zeigt es nicht an.

25 Vor Menschen sich scheuen bringt zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verläßt, wird beschützt.Menschenfurcht legt einen Fallstrick; wer aber auf Jahwe vertraut, wird in Sicherheit gesetzt.

26 Viele suchen das Angesicht eines Fürsten; aber eines jeglichen Gericht kommt vom HERRN.Viele suchen das Angesicht eines Herrschers, doch von Jahwe kommt das Recht des Mannes.

27 Ein ungerechter Mann ist dem Gerechten ein Greuel; und wer rechtes Weges ist, der ist des Gottlosen Greuel.Der ungerechte Mann ist ein Greuel für die Gerechten, und wer geraden Weges wandelt, ein Greuel für den Gottlosen.

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