Altes Testament · Poesie

Sprüche 14

Proverbia 14 · Elberfelder Bibel 1905 · 35 Verse

Kapitel 14 von 31

1 Durch weise Weiber wird das Haus erbaut; eine Närrin aber zerbricht's mit ihrem Tun.Der Weiber Weisheit baut ihr Haus, und ihre Narrheit reißt es mit eigenen Händen nieder.

2 Wer den HERRN fürchtet, der wandelt auf rechter Bahn; wer ihn aber verachtet, der geht auf Abwegen.Wer in seiner Geradheit wandelt, fürchtet Jahwe; wer aber in seinen Wegen verkehrt ist, verachtet ihn.

3 Narren reden tyrannisch; aber die Weisen bewahren ihren Mund.Im Munde des Narren ist eine Gerte des Hochmuts; aber die Lippen der Weisen, sie bewahren sie.

4 Wo nicht Ochsen sind, da ist die Krippe rein; aber wo der Ochse geschäftig ist, da ist viel Einkommen.Wo keine Rinder sind, ist die Krippe rein; aber viel Ertrag ist durch des Stieres Kraft.

5 Ein treuer Zeuge lügt nicht; aber ein Falscher Zeuge redet frech Lügen.Ein treuer Zeuge lügt nicht, aber ein falscher Zeuge spricht Lügen aus.

6 Der Spötter sucht Weisheit, und findet sie nicht; aber dem Verständigen ist die Erkenntnis leicht.Der Spötter sucht Weisheit, und sie ist nicht da; aber für den Verständigen ist Erkenntnis leicht.

7 Gehe von dem Narren; denn du lernst nichts von ihm.Geh hinweg von einem törichten Manne und bei wem du nicht Lippen der Erkenntnis merkst.

8 Das ist des Klugen Weisheit, daß er auf seinen Weg merkt; aber der Narren Torheit ist eitel Trug.Die Weisheit des Klugen ist, auf seinen Weg zu merken, und die Narrheit der Toren ist Betrug.

9 Die Narren treiben das Gespött mit der Sünde; aber die Frommen haben Lust an den Frommen.Die Schuld spottet der Narren, aber unter den Aufrichtigen ist Wohlwollen.

10 Das Herz kennt sein eigen Leid, und in seine Freude kann sich kein Fremder mengen.Das Herz kennt seine eigene Bitterkeit, und kein Fremder kann sich in seine Freude mischen.

11 Das Haus der Gottlosen wird vertilgt; aber die Hütte der Frommen wird grünen.Das Haus der Gesetzlosen wird vertilgt werden, aber das Zelt der Aufrichtigen wird emporblühen.

12 Es gefällt manchem ein Weg wohl; aber endlich bringt er ihn zum Tode.Da ist der Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes.

13 Auch beim Lachen kann das Herz trauern, und nach der Freude kommt Leid.Auch beim Lachen hat das Herz Kummer, und ihr, der Freude, Ende ist Traurigkeit.

14 Einem losen Menschen wird's gehen wie er handelt; aber ein Frommer wird über ihn sein.Von seinen Wegen wird gesättigt, wer abtrünnigen Herzens ist, und von dem, was in ihm ist, der gute Mann.

15 Ein Unverständiger glaubt alles; aber ein Kluger merkt auf seinen Gang.Der Einfältige glaubt jedem Worte, aber der Kluge merkt auf seine Schritte.

16 Ein Weiser fürchtet sich und meidet das Arge; ein Narr aber fährt trotzig hindurch.Der Weise fürchtet sich und meidet das Böse, aber der Tor braust auf und ist sorglos.

17 Ein Ungeduldiger handelt töricht; aber ein Bedächtiger haßt es.Der Jähzornige begeht Narrheit, und der Mann von Ränken wird gehaßt. gekrönt.

18 Die Unverständigen erben Narrheit; aber es ist der Klugen Krone, vorsichtig handeln.Die Einfältigen erben Narrheit, die Klugen aber werden mit Erkenntnis gekrönt.

19 Die Bösen müssen sich bücken vor dem Guten und die Gottlosen in den Toren des Gerechten.Die Bösen beugen sich vor den Guten, und die Gesetzlosen stehen an den Toren des Gerechten.

20 Einen Armen hassen auch seine Nächsten; aber die Reichen haben viele Freunde.Selbst von seinem Nächsten wird der Arme gehaßt; aber derer, die den Reichen lieben, sind viele.

21 Der Sünder verachtet seinen Nächsten; aber wohl dem, der sich der Elenden erbarmt!Wer seinen Nächsten verachtet, sündigt; wer aber der Elenden sich erbarmt, ist glücklich.

22 Die mit bösen Ränken umgehen, werden fehlgehen; die aber Gutes denken, denen wird Treue und Güte widerfahren.Werden nicht irregehen, die Böses schmieden, aber Güte und Wahrheit finden, die Gutes schmieden?

23 Wo man arbeitet, da ist genug; wo man aber mit Worten umgeht, da ist Mangel.Bei jeder Mühe wird Gewinn sein, aber Lippengerede gereicht nur zum Mangel.

24 Den Weisen ist ihr Reichtum eine Krone; aber die Torheit der Narren bleibt Torheit.Der Weisen Krone ist ihr Reichtum; die Narrheit der Toren ist Narrheit.

25 Ein treuer Zeuge errettet das Leben; aber ein falscher Zeuge betrügt.Ein wahrhaftiger Zeuge errettet Seelen; wer aber Lügen ausspricht, ist lauter Trug.

26 Wer den HERRN fürchtet, der hat eine sichere Festung, und seine Kinder werden auch beschirmt.In der Furcht Jahwes ist ein starkes Vertrauen, und seine Kinder haben eine Zuflucht.

27 Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens, daß man meide die Stricke des Todes.Die Furcht Jahwes ist ein Born des Lebens, um zu entgehen den Fallstricken des Todes.

28 Wo ein König viel Volks hat, das ist seine Herrlichkeit; wo aber wenig Volks ist, das macht einen Herrn blöde.In der Menge des Volkes ist die Herrlichkeit eines Königs, aber im Schwinden der Bevölkerung eines Fürsten Untergang.

29 Wer geduldig ist, der ist weise; wer aber ungeduldig ist, der offenbart seine Torheit.Ein Langmütiger hat viel Verstand, aber ein Jähzorniger erhöht die Narrheit.

30 Ein gütiges Herz ist des Leibes Leben; aber Neid ist Eiter in den Gebeinen.Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben, aber Ereiferung ist Fäulnis der Gebeine.

31 Wer dem Geringen Gewalt tut, der lästert desselben Schöpfer; aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.Wer den Armen bedrückt, verhöhnt den, der ihn gemacht hat; wer aber des Dürftigen sich erbarmt, ehrt ihn.

32 Der Gottlose besteht nicht in seinem Unglück; aber der Gerechte ist auch in seinem Tod getrost.In seinem Unglück wird der Gesetzlose umgestoßen, aber der Gerechte vertraut auch in seinem Tode.

33 Im Herzen des Verständigen ruht Weisheit, und wird offenbar unter den Narren.Die Weisheit ruht im Herzen des Verständigen; aber was im Inneren der Toren ist, tut sich kund.

34 Gerechtigkeit erhöhet ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben.Gerechtigkeit erhöht eine Nation, aber Sünde ist der Völker Schande.

35 Ein kluger Knecht gefällt dem König wohl; aber einem schändlichen Knecht ist er feind.Des Königs Gunst wird dem einsichtigen Knechte zuteil; aber der Schändliche wird Gegenstand seines Grimmes sein.

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