Glaube & Leben

Was bedeutet Nächstenliebe?

Nächstenliebe heißt, dem anderen so zu begegnen, wie man selbst behandelt werden möchte – mit tätiger Hilfe, ohne Ansehen der Person. Jesus zeigt im Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Nächster ist jeder, der Hilfe braucht.

"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (3. Mose 19,18) – dieses Gebot stellte Jesus neben die Gottesliebe als Zusammenfassung des ganzen Gesetzes (Matthäus 22,39). Nächstenliebe ist also kein Nebenthema, sondern Kern des Glaubens.

Wer ist mein Nächster?

Als ein Gesetzeslehrer fragte, wer denn sein Nächster sei, erzählte Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,30-37). Ausgerechnet ein Fremder, kein religiöser Mensch, half dem Überfallenen. Die Botschaft: Nächster ist nicht nur, wer mir nahesteht, sondern jeder, der meine Hilfe braucht – ohne Ansehen der Person.

Nächstenliebe ist tätig, nicht bloß ein Gefühl. "Lasset uns nicht lieben mit Worten ... sondern mit der Tat und mit der Wahrheit" (1. Johannes 3,18). Die "goldene Regel" Jesu fasst es praktisch: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen" (Matthäus 7,12).

Diese Liebe ist nicht aus eigener Kraft machbar, sondern fließt aus der Liebe, die wir selbst von Gott empfangen haben. "Lasset uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt" (1. Johannes 4,19). Wer Gottes Liebe erfahren hat, kann sie weitergeben.

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