Glaube & Leben

Was sagt die Bibel über Feindesliebe?

Jesus ruft dazu auf, sogar die Feinde zu lieben, für Verfolger zu beten und Böses nicht mit Bösem zu vergelten. Diese radikale Liebe spiegelt das Wesen Gottes wider, der auch über Undankbare Gutes ausschüttet.

Kaum eine Lehre Jesu ist so herausfordernd wie diese: "Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen ... bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen" (Matthäus 5,44). Die Welt sagt: Liebe den Freund, hasse den Feind. Jesus stellt das auf den Kopf.

Warum so radikal?

Der Grund liegt im Wesen Gottes selbst: Er "lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten" (Matthäus 5,45). Wer Feinde liebt, handelt wie der himmlische Vater und beweist, dass er wirklich sein Kind ist. Liebe, die nur zurückliebt, tut "auch ein Zöllner".

Praktisch heißt das: Böses nicht mit Bösem vergelten (Römer 12,17), sondern "das Böse mit Gutem" überwinden (Römer 12,21). Rache überlassen wir Gott (Römer 12,19). Das größte Vorbild ist Jesus selbst, der am Kreuz für seine Henker bat: "Vater, vergib ihnen" (Lukas 23,34).

Feindesliebe ist nicht aus eigener Kraft möglich, sondern Frucht des Geistes (Galater 5,22). Sie bedeutet nicht, Unrecht gutzuheißen, sondern dem anderen Gutes zu wünschen und ihn Gott zu überlassen. So durchbricht sie den Kreislauf von Hass und wird zum Zeugnis für Christus.

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