Glaube & Leben

Warum beten, wenn Gott doch alles weiß?

Beten dient nicht dazu, Gott zu informieren, sondern Gemeinschaft mit ihm zu haben. Gott will, dass wir ihn bitten, und gebraucht das Gebet als Mittel, durch das er wirkt und uns selbst verändert.

Wenn Gott ohnehin alles weiß und das Beste will – warum dann überhaupt beten? Diese ehrliche Frage stellen viele. Tatsächlich sagt Jesus: "Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet" (Matthäus 6,8). Beten dient also nicht dazu, Gott zu informieren.

Beziehung statt Bestellung

Gebet ist zuerst Gemeinschaft. Ein Kind redet mit seinem Vater nicht nur, um etwas zu bekommen, sondern weil es ihn liebt. Genauso dürfen wir mit Gott reden – danken, loben, klagen, bitten. Jesus selbst zog sich oft zum Gebet zurück (Lukas 5,16), obwohl er eins war mit dem Vater.

Zugleich macht die Bibel deutlich: Gott will, dass wir bitten, und er handelt auf Gebet hin. "Bittet, so wird euch gegeben" (Matthäus 7,7). "Ihr habt nichts, darum dass ihr nicht bittet" (Jakobus 4,2). Gott hat in seiner Weisheit beschlossen, vieles durch das Gebet seiner Kinder zu wirken – nicht, weil er es nötig hätte, sondern weil er uns einbeziehen will.

Schließlich verändert Gebet vor allem den Betenden. Wer alles vor Gott bringt, empfängt seinen Frieden (Philipper 4,6-7), lernt Gottes Willen kennen und vertraut tiefer. Beten ist kein Automat für Wünsche, sondern der Atem einer lebendigen Beziehung.

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