Freie evangelische Gemeinde in Deutschland

Eigenständige, bibelorientierte Gemeinden mit kongregationalistischer Prägung – im Bund Freier evangelischer Gemeinden zusammengeschlossen.

Die Freien evangelischen Gemeinden (FeG) sind selbständige, örtlich verfasste Gemeinden, die sich im „Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland" zusammengeschlossen haben. Der Name ist Programm: „frei" meint die Unabhängigkeit von staatskirchlichen Strukturen, „evangelisch" das Bekenntnis zum Evangelium und zur Heiligen Schrift als maßgebender Richtschnur, und „Gemeinde" die Versammlung der Glaubenden vor Ort.

Ihre Wurzeln reichen in das 19. Jahrhundert zurück. 1854 entstand in Wuppertal-Elberfeld unter Hermann Heinrich Grafe die erste Gemeinde dieser Prägung. Kennzeichnend war von Anfang an der Gedanke, dass zur Gemeinde gehört, wer persönlich zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist – unabhängig von einer bestimmten Tauflehre. Bis heute leben in den FeG Glaubende mit unterschiedlicher Tauf-Überzeugung (Kinder- wie Glaubenstaufe) geschwisterlich zusammen.

Theologisch verstehen sich die FeG als bibeltreu und an der Reformation orientiert. Im Mittelpunkt stehen die Botschaft von der Rechtfertigung allein aus Gnade, die persönliche Lebensübergabe an Christus und die Verantwortung jedes Mitglieds für das Gemeindeleben. Die einzelne Gemeinde entscheidet eigenständig (kongregationalistisches Prinzip); der Bund unterstützt durch gemeinsame Ausbildung, Mission und Diakonie.

Die Gottesdienste sind in der Regel schlicht und auf die Auslegung der Bibel ausgerichtet, häufig ergänzt durch zeitgemäße Musik, Hauskreise und vielfältige Angebote für alle Generationen. Mission, Seelsorge und tätige Nächstenliebe haben einen hohen Stellenwert.

516 Gemeinden dieser Art im Verzeichnis.

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