Nach dem Tod Josuas fragten die Kinder Israel den HERRN und sprachen: Wer soll unter uns zuerst hinaufziehen, Krieg zu führen wider die Kanaaniter?
Worum es geht
Das Buch der Richter schildert die dunkle Zeit zwischen Josua und dem Königtum. Immer wieder fällt Israel von Gott ab, gerät in die Hand seiner Feinde, schreit zum HERRN – und Gott erweckt Retter (Richter), die das Volk befreien. Doch der Kreislauf wiederholt sich.
Bekannte Gestalten wie Debora, Gideon, Jeftah und Simson treten auf. Trotz menschlicher Schwäche und Versagen wirkt Gott durch sie. Das Buch endet im Chaos mit dem viel sagenden Satz: „Jeder tat, was ihn recht dünkte" (Richter 21,25).
Der Verfasser ist unbekannt (jüdische Tradition nennt Samuel); die Ereignisse umspannen rund 300 Jahre. Theologisch zeigt das Buch die Folgen des Ungehorsams, aber auch Gottes treues Erbarmen, der sein Volk nicht fallen lässt.
Der Ruf nach einem König weist über die unvollkommenen Retter hinaus auf den vollkommenen Retter und König Jesus Christus. Für uns heute mahnt das Buch: Wo Gottes Herrschaft verworfen wird, herrscht Verwirrung – doch sein Erbarmen ruft immer neu zur Umkehr.
- Verfasser
- unbekannt (traditionell Samuel)
- Entstehung
- ca. 1050–1000 v. Chr.
- Leitthema
- Israels Kreislauf aus Abfall, Not, Schrei und Rettung – Gottes Erbarmen trotz Untreue.
Der Aufbau des Buches
-
Kap. 1–2
Unvollständige Landnahme und Abfall
-
Kap. 3–5
Otniel, Ehud, Debora und Barak
-
Kap. 6–9
Gideon und Abimelech
-
Kap. 10–16
Jeftah und Simson
-
Kap. 17–21
Religiöser und sittlicher Verfall
Worte, die alles tragen
Wenn dann der HERR Richter auferweckte, die ihnen halfen aus der Räuber Hand,
Da erschien ihm der Engel des HERRN und sprach zu ihm: Der HERR mit dir, du streitbarer Held!
Zu der Zeit war kein König in Israel; ein jeglicher tat, was ihn recht deuchte.