Dies ist's, was Amos, der unter den Hirten zu Thekoa war, gesehen hat über Israel zur Zeit Usias, des Königs in Juda, und Jerobeams, des Sohnes Joas, des Königs Israels, zwei Jahre vor dem Erdbeben.
Worum es geht
Amos, ein Hirte aus Juda, wird von Gott gesandt, um im wohlhabenden Nordreich Israel das Gericht anzukündigen. Mit scharfen Worten prangert er die soziale Ungerechtigkeit an: Die Reichen unterdrücken die Armen, während sie zugleich fromm scheinen wollen.
Gott verabscheut äußeren Gottesdienst ohne Gerechtigkeit: „Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach" (Amos 5,24). Wo Frömmigkeit und gelebte Gerechtigkeit auseinanderfallen, kommt das Gericht.
Amos wirkte im 8. Jahrhundert v. Chr. Theologisch verbindet das Buch Gottesdienst und Ethik untrennbar: Wer Gott ehrt, muss den Nächsten gerecht behandeln. Doch auch hier endet das Wort in einer Verheißung der Wiederherstellung.
Die verheißene Aufrichtung der „zerfallenen Hütte Davids" (Amos 9,11) erfüllt sich in Christus und seiner Gemeinde aus allen Völkern. Für uns heute mahnt Amos, dass echter Glaube sich in Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zeigt.
- Verfasser
- Amos
- Entstehung
- ca. 760–750 v. Chr.
- Leitthema
- Gott fordert soziale Gerechtigkeit – wahre Frömmigkeit zeigt sich im Umgang mit dem Nächsten.
Der Aufbau des Buches
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Kap. 1–2
Gericht über die Völker und Israel
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Kap. 3–6
Anklage gegen Israels Ungerechtigkeit
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Kap. 7–9
Visionen des Gerichts und Verheißung