Wenn Gott der Sünde nicht mehr gedenkt
„und aller seiner Sünden, die er getan hat, soll nicht gedacht werden; denn er tut nun, was recht und gut ist; darum soll er leben.“Hesekiel 33,16 · Lutherbibel 1912
Im Wächterkapitel des Hesekiel steht ein erstaunlicher Satz: Von dem, der sich abwendet vom Unrecht und tut, „was recht und gut ist", heißt es, dass „aller seiner Sünden … nicht gedacht werden" soll (Hesekiel 33,16). Das richtet sich an ein Volk im Exil, das seine Schuld längst eingesehen hat und meinte, sie hänge nun für immer an ihm.
Der Kern dieser Botschaft ist nicht, dass der Mensch sich freikauft, sondern dass Gott bereit ist, einen Schlussstrich zu ziehen. Umkehr ist keine Leistung, mit der wir Gott umstimmen, sondern die Antwort auf seine bereits ausgestreckte Hand. Wo Buße echt ist, da rechnet Gott nicht mehr nach.
Vielleicht trägst du eine alte Schuld mit dir, von der du denkst, sie sei unverzeihlich. Dieser Vers sagt dir das Gegenteil. Was Gott vergibt, das holt er nicht wieder hervor. Lebe heute aus dieser Freiheit und gib weiter, was du empfangen hast – auch deinem Nächsten gegenüber. Mehr dazu findest du beim Thema Vergebung.
Herr, danke, dass du meiner Sünde nicht mehr gedenkst, wenn ich zu dir umkehre. Lehre mich, in dieser Vergebung zu leben und sie nicht durch alte Schuldgefühle zu verleugnen. Amen.