Nicht rühmen, ehe der Kampf entschieden ist
„Aber der König Israels antwortete und sprach: Sagt: Der den Harnisch anlegt, soll sich nicht rühmen wie der, der ihn hat abgelegt.“1. Könige 20,11 · Lutherbibel 1912
Der hochmütige König Ben-Hadad prahlt vor der Schlacht mit großen Drohungen. Da antwortet der König Israels mit einem treffenden Sprichwort: „Der den Harnisch anlegt, soll sich nicht rühmen wie der, der ihn hat abgelegt" (1. Könige 20,11). Mit anderen Worten: Prahle nicht beim Anziehen der Rüstung, sondern höchstens, wenn du sie nach dem Sieg wieder ablegst.
Das ist Lebensweisheit von zeitloser Schärfe. Wie leicht reden wir groß, bevor irgendetwas erreicht ist. Wir verkünden Pläne, als wären sie schon vollendet, rühmen uns einer Sache, die noch gar nicht ausgefochten ist. Doch der Anfang sagt wenig über das Ende. Erst der vollendete Weg zählt.
Geistlich gewendet warnt uns dieses Wort vor selbstsicherem Stolz. Wer zu Beginn schon triumphiert, läuft Gefahr, übermütig zu werden und Gott zu vergessen. Demut sagt: Ich lege die Rüstung an im Vertrauen auf Gott, aber den Ruhm spare ich mir auf, bis er mir den Sieg geschenkt hat. Bescheidenheit am Anfang bewahrt vor Schande am Ende.
Herr, bewahre mich vor großspurigen Worten, bevor etwas vollbracht ist. Lehre mich, demütig anzufangen und dir den Ruhm zu lassen, wenn du das Werk gelingen lässt. Amen.