Das rechte Maß der Gabe
„Wenn aber ein Widder geopfert wird, sollst du das Speisopfer machen aus zwei Zehntel Semmelmehl, mit einem drittel Hin Öl gemengt,“4. Mose 15,6 · Lutherbibel 1912
Die Opferordnung wirkt auf uns kleinteilig: „zwei Zehntel Semmelmehl, mit einem drittel Hin Öl gemengt" (4. Mose 15,6). Zu jedem Tieropfer gehörte ein passendes Speis- und Trankopfer in genau festgelegtem Maß.
Dahinter steht ein Grundsatz: Anbetung ist nicht beliebig. Gott überließ es nicht der Laune des Einzelnen, was und wie viel er bringt. Das Opfer sollte vollständig sein – das Blut wies auf Versöhnung, das Mehl auf die tägliche Arbeit, das Öl auf den Geist und die Freude. Ein ganzes Leben wurde symbolisch dargebracht.
Wir leben nicht mehr unter dem Opfergesetz, denn Christus hat das eine, vollkommene Opfer gebracht. Doch der Geist der Sorgfalt bleibt: Bringen wir Gott unsere Anbetung mit ganzem Herzen oder mit den Resten unserer Zeit und Kraft? Halbherzigkeit ist im Heiligtum nie vorgesehen gewesen.
Herr, bewahre mich vor lieblosem Schnellgebet und halbem Lob. Ich will dir mit Sorgfalt und ganzem Herzen begegnen. Amen.