Gnade

Salomos Anfang: Auf der Barmherzigkeit eines anderen stehen

„Und Salomo sprach zu Gott: Du hast große Barmherzigkeit an meinem Vater David getan und hast mich an seiner Statt zum König gemacht;“
2. Chronik 1,8 · Lutherbibel 1912

Salomo steht am Beginn seiner Regierung, eine gewaltige Aufgabe vor sich. Bevor er aber irgendetwas erbittet, spricht er aus, worauf er steht: „Du hast große Barmherzigkeit an meinem Vater David getan und hast mich an seiner Statt zum König gemacht" (2. Chronik 1,8). Erst der Rückblick auf empfangene Gnade, dann die Bitte.

Das ist eine geistlich gesunde Reihenfolge. Salomo führt seine Stellung nicht auf eigene Verdienste zurück, sondern auf Gottes Treue gegenüber David. Er weiß: Ich sitze hier nicht, weil ich es mir erkämpft habe, sondern weil Barmherzigkeit über meinem Leben liegt – Barmherzigkeit, die schon vor mir gewirkt hat.

Vielleicht stehst du auch an einem Anfang: ein neuer Beruf, eine neue Verantwortung, ein neuer Lebensabschnitt. Beginne wie Salomo, indem du zurückschaust. Wie viel von dem, was du heute hast, ruht auf der Treue Gottes gegenüber Menschen vor dir – Eltern, Großeltern, Gemeinde? Wer mit Dankbarkeit anfängt, betet anders, leitet anders und bittet demütiger. Das ist dieselbe Haltung, zu der uns Psalm 103,2 ruft: „Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat."

Gebet

Barmherziger Gott, ehe ich bitte, will ich danken. So vieles in meinem Leben ruht auf deiner Treue, die schon vor mir am Werk war. Lass mich aus Dankbarkeit handeln und in Demut Verantwortung tragen. Amen.

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