Glaube im Alltag

Arbeiten aus Neid – der heimliche Motor der Rastlosigkeit

„Ich sah an Arbeit und Geschicklichkeit in allen Sachen; da neidet einer den andern. Das ist auch eitel und Haschen nach dem Wind.“
Prediger 4,4 · Lutherbibel 1912

Prediger 4,4 deckt einen unbequemen Beweggrund auf: „Ich sah an Arbeit und Geschicklichkeit in allen Sachen; da neidet einer den andern. Das ist auch eitel und Haschen nach dem Wind." Der Prediger schaut hinter die Fassade des Fleißes und entdeckt dort oft nicht Berufung oder Freude, sondern Konkurrenz und Neid: Man strengt sich an, um nicht hinter dem Nachbarn zurückzubleiben.

Das ist ein scharfer Spiegel. Vieles, was wie gesunder Ehrgeiz aussieht, ist in Wahrheit der ständige Vergleich mit anderen. Wir arbeiten nicht, weil es uns erfüllt, sondern weil wir mithalten wollen. Und dieser Motor läuft nie still – es gibt immer jemanden, der mehr hat, mehr kann, weiter ist. So wird Fleiß zum „Haschen nach dem Wind", zu einem Rennen ohne Ziellinie.

Prüfe heute dein Motiv: Warum tust du, was du tust? Aus Liebe zur Sache, aus Dienst an Gott und Menschen – oder aus dem heimlichen Drang, besser dazustehen als andere? Das Gegenmittel zum Neid ist Zufriedenheit, die aus dem Vertrauen wächst, dass Gott jedem das Seine gibt. „Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässt sich genügen" (1. Timotheus 6,6). Arbeite, weil es gut ist – nicht, weil andere zuschauen.

Gebet

Herr, durchleuchte meine Motive. Befreie mich von dem heimlichen Neid, der mich antreibt, andere übertreffen zu wollen. Schenke mir Zufriedenheit in dir, damit meine Arbeit Dienst wird und nicht ein Haschen nach Wind. Amen.

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